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Regenwasserfilter: Fallrohrfilter, Filtertopf oder Filterkorb

Ein guter Filter sorgt dafür, dass Laub und Dreck gar nicht erst in den Tank kommen. Er entscheidet mit darüber, wie viel Regen du nutzen kannst und wie oft du putzen musst. Dazu gehören drei weitere Bauteile: beruhigter Zulauf, Überlaufsiphon und schwimmende Entnahme.

Stand: 7. November 2026

Video (22 s, ohne Ton): Vom Dach in die Zisterne
Inhalt als Text
  1. Dachrinne und Fallrohr sammeln den Regen vom Dach.
  2. Der Filter hält Laub und Schmutz zurück, bevor das Wasser in den Tank läuft.
  3. Beruhigter Zulauf: Das Wasser strömt am Boden langsam nach oben aus. Der Schlamm bleibt liegen.
  4. Schwimmende Entnahme: Die Pumpe saugt knapp unter der Oberfläche an. Dort ist das Wasser am saubersten. Von dort geht es zum Gartenhahn.
  5. Überlauf mit Siphon: Ist der Tank voll, fließt der Rest in den Kanal oder in eine Versickerung.

Die Filterarten im Überblick

FilterWo er sitztTypisch fürWartung
Fallrohrfilter / RegensammlerIm FallrohrRegentonne, Wandtank, kleine DachflächenSieb herausnehmen und ausspülen
FilterkorbHängt im TankdomZisterne, günstige LösungKorb von oben herausheben und leeren
Filtertopf im TankIm Tankdom, mit Siebeinsatz und SchmutzablaufZisterneSieb von oben entnehmen
Externer ErdfilterEigener Schacht vor dem TankZisterne, Flachtank, größere DächerÜber eigenen Deckel
WirbelfeinfilterIn der Zulaufleitung, meist im ErdreichZisterne, größere DächerWeitgehend selbstreinigend, Sieb gelegentlich spülen

Wilo nennt als Orientierung für den Feinfilter im Speicherzulauf eine Maschenweite von 0,3 bis 1,8 mm. Er muss auch starken Regen rückstaufrei durchlassen, selbst wenn das Sieb verschmutzt ist. Bei einem fachgerechten Filter vor dem Tank brauchst du laut Wilo in Saug- und Druckleitung keine weiteren Filter.

Fallrohrfilter und Regensammler

Ein Fallrohrfilter wird ins Fallrohr gesetzt und leitet Wasser über einen Schlauch in Tonne oder Wandtank. Ein Sieb hält Laub zurück, das Laub fällt im Fallrohr weiter nach unten. Viele Modelle haben einen Überlaufstopp: Ist die Tonne voll, läuft das Wasser nicht mehr in den Abzweig, sondern im Fallrohr weiter. GRAF beschreibt das beim Speedy als automatischen Überlaufstopp.

Die Leistung ist begrenzt. Für den Garantia-Fallrohrfilter Rainus (DN 80 und 100) nennt toom eine Dachfläche bis 70 m² und bis zu 0,6 l/s Durchfluss, etwa 2 m³ pro Stunde. Den besten Wirkungsgrad erreicht er laut Angabe bei normalem Regen, bei Starkregen läuft mehr am Filter vorbei. Toom listet ihn für 119,99 € (Stand November 2026). Für eine Erdzisterne mit großer Dachfläche ist ein Fallrohrfilter deshalb meist nur eine Notlösung. Mehr zu kleinen Speichern: Regentonne oder Wandtank.

Filterkorb und Filtertopf im Tank

Die einfachste Lösung für Erdtanks ist ein Filterkorb, der im Tankdom hängt. Das Wasser läuft von oben hinein, der Schmutz bleibt im Korb. 4rain gibt für sein Filter-Ausbaupaket 1 mit Filterkorb eine Dachfläche bis 200 m² an, Maschenweite und Ausbeute nennt der Katalog nicht. Der Nachteil: Der Schmutz bleibt im Korb liegen, bis du ihn leerst, und fault dort im Sommer.

Filtertöpfe mit Siebeinsatz lenken das Wasser über eine Siebfläche, der Schmutz rutscht meist in einen Ablauf zum Überlauf. Der GRAF Optimax-Pro Filter Intern hat laut Anleitung ein Edelstahlsieb mit 0,35 mm Maschenweite und reicht für Dachflächen bis 350 m². Gereinigt wird von Hand, je nach Schmutzanfall mehrmals im Jahr. 4rain gibt für sein Ausbaupaket 2 mit selbstreinigendem Supra-Filter 95 % Wasserausbeute an.

Externe Filter und Wirbelfeinfilter

Externe Filter sitzen in einem eigenen Schacht vor dem Tank. Das ist bei Flachtanks und kleinen Domöffnungen praktisch, und du kommst zum Putzen ran, ohne den Tank zu öffnen. GRAF nennt für den Minimax-Filter Extern eine Siebpatrone mit 0,5 mm Maschenweite und eine Dachfläche bis 350 m². Bei etwa 135 l/min, das entspricht einem kräftigen Regen von 150 l/(s·ha) auf 150 m² Dach, gibt GRAF 99 % Wirkungsgrad an. Den 4rain-Erdfeinfilter Extern führt der Katalog mit 100 % Wasserausbeute und bis 350 m².

Ein Wirbelfeinfilter sitzt in der Zulaufleitung. Das Wasser läuft spiralförmig über ein Sieb, sauberes Wasser geht in den Tank, Schmutz spült es über den Kanalanschluss weg. WISY nennt für seine Wirbelfeinfilter ein Edelstahlsieb mit 0,28 mm (Fein) oder 0,44 mm (Grob). Der WFF 100 reicht laut Anleitung in Mitteleuropa für etwa 200 m² Dachfläche, der WFF 150 für etwa 500 m². Ein US-Händler gibt für den WFF 100 bis zu 95 % Ausbeute an, die deutsche Anleitung nennt keinen Wert.

Durchlässigkeit: was der Wirkungsgrad bedeutet

Der Wirkungsgrad oder die Wasserausbeute ist der Anteil des Regens, der nach dem Filter im Tank ankommt. Selbstreinigende Filter brauchen etwas Wasser, um den Schmutz wegzuspülen. Siebfilter ohne Spülung lassen fast alles durch, verschmutzen dafür schneller. Die Herstellerwerte gelten für bestimmte Regenmengen. Bei Starkregen läuft bei vielen Filtern mehr am Sieb vorbei in den Überlauf.

FilterMaschenweiteDachfläche bisAusbeute laut Hersteller
Garantia Rainus (Fallrohr)–70 m²ohne Wert
4rain Ausbaupaket 1 (Filterkorb)–200 m²–
4rain Ausbaupaket 2 (Supra-Filter)––95 %
GRAF Optimax-Pro Intern0,35 mm350 m²–
GRAF Minimax Extern0,5 mm350 m²99 % bei 135 l/min
4rain Erdfeinfilter Extern–350 m²100 %
WISY WFF 1000,28 / 0,44 mmca. 200 m²bis 95 % (Händler)
WISY WFF 1500,28 / 0,44 mmca. 500 m²–

Herstellerangaben aus Einbauanleitungen, Katalog und Händlerseiten, abgerufen im November 2026. „–“ heißt: in der Quelle nicht angegeben.

Unser Rechner rechnet mit einem Filterfaktor von 0,9. Das ist der Wert, den das Wilo-Planungshandbuch ansetzt, wenn der Hersteller nichts anderes angibt. Wie wir rechnen, steht auf der Methodik-Seite.

Beruhigter Zulauf

Am Tankboden sammelt sich mit den Jahren eine dünne Schicht Sediment. Fällt das Wasser von oben hinein, wirbelt es diese Schicht auf, und die Pumpe saugt trübes Wasser. Ein beruhigter Zulauf führt das Wasser in einem Rohr bis zum Boden und lässt es dort über einen Bogen nach oben ausströmen. Wilo beschreibt das Ziel so: strömungsberuhigt und ohne Verwirbelung, und bei kleinem Regen soll weiter Sauerstoff an die Sedimentschicht kommen. Viele Filterpakete enthalten ihn, bei GRAF als beruhigter Zulauftopf im Ausbaupaket.

WISY verlangt vor dem Wirbelfeinfilter außerdem eine gerade Beruhigungsstrecke von mindestens 50 cm in der Zulaufleitung, damit der Filter sauber arbeitet.

Überlaufsiphon

Der Überlauf führt Wasser ab, wenn der Tank voll ist. Er sitzt nach Wilo unterhalb des Zulaufs und ist mindestens so groß wie dieser. Geht er in den Kanal, braucht er einen Geruchsverschluss, also einen Siphon. Der Siphon hält Kanalgase und Kleintiere fern. Ein Nebeneffekt ist erwünscht: Bei vollem Tank schwemmt der Überlauf die Schwimmschicht mit ab. Bei Rückstaugefahr aus dem Kanal kommt eine Rückstausicherung dazu. Wohin das Wasser noch kann: Überlauf, Mulde oder Rigole.

Schwimmende Entnahme

Das sauberste Wasser liegt knapp unter der Oberfläche: unter dem Blütenstaub, über dem Schlamm. Eine schwimmende Entnahme hält die Ansaugstelle mit einer Schwimmkugel genau dort. Das LfU Bayern empfiehlt die Entnahme knapp unter der Oberfläche oder mindestens 10 cm über dem Boden. Für Tauchdruckpumpen und Hauswasserwerke gibt es passende Ansaugsets, Details unter Pumpe für die Zisterne.

Wartung

  • Filtersieb: WISY empfiehlt für den Wirbelfeinfilter eine Reinigung etwa alle drei Monate, unter günstigen Bedingungen alle sechs. Das Sieb reinigst du laut Anleitung mit Bürste, warmem Wasser und Spülmittel oder mit dem Hochdruckreiniger aus etwa 50 cm Abstand. GRAF empfiehlt für den Minimax-Filter Spülmaschine bei 40 bis 60 °C.
  • Sichtprüfung: GRAF und Garantia verlangen für Tank und Einbauteile eine Prüfung auf Dichtheit, Sauberkeit und Standsicherheit mindestens alle drei Monate. Dabei schaust du auch in den Überlaufsiphon.
  • Fallrohrfilter: Sieb im Herbst nach dem Laubfall und nach Blütezeit öfter kontrollieren.
  • Tank: GRAF nennt eine Gesamtwartung etwa alle 5 Jahre, Wilo eine Reinigung des Speichers alle 5 bis 10 Jahre, weil die Sedimentschicht nur wenige Millimeter im Jahr wächst.

Sammle nur Wasser von Dächern, die sich dafür eignen. Das LfU Bayern rät bei stark verschmutzten Dächern, etwa an viel befahrenen Straßen, davon ab und empfiehlt Wasser von unbeschichteten Kupfer-, Zink- oder Bleidächern nicht für den Gemüsegarten.

Wie viel Wasser dein Dach nach dem Filter liefert, zeigt der Zisternen-Rechner. Wie Filter und Leitungen eingebaut werden: Zisterne einbauen.

Häufige Fragen

Brauche ich für die Regentonne einen Filter?

Ein Fallrohrfilter oder Regensammler mit Sieb ist sinnvoll, weil er Laub und grobe Teile zurückhält und bei voller Tonne das Wasser im Fallrohr weiterlaufen lässt. Ein Feinfilter wie bei der Zisterne ist für Gießwasser in der Tonne nicht nötig.

Wie viel Regenwasser geht durch den Filter verloren?

Das hängt vom Filter und der Regenstärke ab. Hersteller nennen Werte von 95 % für selbstreinigende Filter bis 100 % für Siebfilter, die das ganze Wasser durch das Sieb leiten. Unser Rechner setzt wie das Wilo-Planungshandbuch 0,9 an, wenn keine Herstellerangabe vorliegt.

Wie oft muss ich den Zisternenfilter reinigen?

WISY empfiehlt für seinen Wirbelfeinfilter etwa alle drei Monate, unter günstigen Bedingungen alle sechs Monate. GRAF verlangt für Tank und Einbauteile eine Sichtprüfung mindestens alle drei Monate. Unter Bäumen und im Herbst brauchst du öfter einen Blick ins Sieb.

Wozu dient der Siphon am Überlauf?

Er hält Kanalgase und Kleintiere aus dem Tank fern. Weil der Überlauf knapp unter dem Wasserspiegel ansetzt, schwemmt er bei vollem Tank außerdem die Schwimmschicht aus Blütenstaub und feinen Partikeln mit ab.