Zisternen-Zenzi

So rechnet Zenzi

Der Rechner folgt dem vereinfachten Kennwertverfahren für Regenwassernutzungsanlagen in Anlehnung an DIN 1989-100:2022 und DIN EN 16941-1:2022. Die Normen selbst sind kostenpflichtig; die Kennwerte stammen aus frei zugänglichen Planungsunterlagen, die sich auf die Vorgängernorm DIN 1989-1 beziehen.

Video (19 s, ohne Ton): So rechnet der Zisternen-Rechner
Inhalt als Text
  1. Im Mittel aller Postleitzahlen fallen 785 mm Regen im Jahr. Von 150 m² Ziegeldach kommen nach Dach und Filter rund 79,5 m³ im Jahr im Tank an.
  2. Regen und Bedarf Monat für Monat: Im Hochsommer brauchst du mehr, als vom Dach kommt.
  3. Der Tank puffert Trockenzeiten im Sommer. Für 4 Personen mit WC, Waschmaschine und 300 m² Garten empfiehlt der Rechner 6.500 Liter.
  4. Rechne mit dem Regen deiner Postleitzahl.

1. Niederschlag am Ort

Grundlage sind die vieljährigen Monatsmittel 1991–2020 von 5.606 Niederschlagsstationen des Deutschen Wetterdienstes. Für jede der 10.815 Postleitzahlen bilden wir den Mittelpunkt aus den Ortskoordinaten von GeoNames und mitteln die sechs nächstgelegenen Stationen mit inverser quadrierter Distanz. Die nächste Station liegt im Mittel (Median) 2,8 km entfernt, bei 95 % der Postleitzahlen höchstens 6,2 km. Höhenunterschiede zwischen Station und Grundstück berücksichtigen wir nicht; in Mittelgebirgen kann der Wert deshalb um einige Prozent abweichen. Du kannst ihn im Rechner überschreiben.

2. Regen vom Dach

Ertrag = Dachfläche (Grundriss) × Niederschlag × Ertragsbeiwert × Filterwirkungsgrad 0,9.

DachartBeiwert
Steildach, Ziegel oder Betonstein0,75
Steildach, glatt (Metall, Schiefer, Bitumen-/Kunststoffbahn)0,8
Flachdach ohne Kies0,7
Flachdach mit Kies0,6
Gründach, geneigt (extensiv)0,25
Gründach, flach (extensiv)0,2

Werte nach der Wilo-Planungsunterlage zu DIN 1989. Hersteller wie Graf setzen für glatte Dächer bis 0,9 an; wir rechnen vorsichtiger.

3. Bedarf

  • WC mit Spartaste: 8,8 m³ je Person und Jahr, ohne Spartaste 14 m³
  • Waschmaschine: 4,4 m³ je Person und Jahr
  • Garten: 60 Liter je m² und Jahr, verteilt auf April bis September: Apr 8 %, Mai 15 %, Jun 21 %, Jul 24 %, Aug 21 %, Sep 11 %. Diese Monatsverteilung ist unsere eigene Annahme.

Alle Werte aus der Wilo-Planungsunterlage nach DIN 1989 (Waschmaschine: DIN-Wert; Wilo selbst nennt 6 m³). Andere Quellen, etwa Herstellerrechner, setzen den Gartenbedarf deutlich höher an (bis 150 l/m²). Für trockene, sandige Böden oder Gemüsebeete lohnt es, mit mehr Fläche zu rechnen.

4. Tankgröße

Wir rechnen zwei Werte und empfehlen den größeren, aufgerundet auf eine übliche Tankgröße:

  • Kennwertverfahren: Nutzvolumen ≈ 6 % des kleineren Werts aus Jahresertrag und Jahresbedarf. Das passt gut für gleichmäßigen Verbrauch im Haus.
  • Trockenreserve: Tagesbedarf im stärksten Monat × 21 Tage (im Rechner einstellbar), höchstens so viel, wie das Dach in 60 Tagen liefert. Das bildet ab, dass Gartenbedarf im Hochsommer gebündelt anfällt.

5. Monatsbilanz und Ersparnis

Die Grafik zeigt, wie viel Regen je Monat vom Dach kommt und wie viel du brauchst. Den Füllstand rechnen wir Monat für Monat mit Durchschnittswerten durch: Überschuss füllt den Tank bis zum Rand, der Rest läuft über, Defizite zehren ihn auf. Echte Sommer haben längere Trockenphasen als ein Durchschnittsmonat; der berechnete Deckungsgrad ist deshalb eher eine Obergrenze.

Ersparnis = genutzte Regenwassermenge × Trinkwasserpreis (Standard 2,00 €/m³ inkl. MwSt.; die Landesämter melden für 2025 zum Beispiel 2,35 € in Sachsen, 2,01 € in Sachsen-Anhalt und 1,86 € in Nordrhein-Westfalen. Bitte mit deiner Wasserrechnung abgleichen). Abwassergebühren rechnen wir nicht als Ersparnis: Wasser aus WC und Waschmaschine landet trotzdem im Kanal und wird meist über einen Zähler abgerechnet. Wo wir die Satzung kennen, rechnen wir den Abzug bei der Niederschlagsgebühr dazu.

6. Förderung, Gebühren, Genehmigung

Förderprogramme sammeln wir aus Richtlinien von Gemeinden, Stadtwerken, Kreisen und Ländern und verlinken immer die Primärquelle. „Läuft“ heißt: Die Richtlinie ist aktuell und wir haben sie gelesen. „Fortbestand unklar“ heißt: Sie ist älter, nennt kein Ende, oder wir kennen sie nur aus zweiter Hand. Die Genehmigungsregeln stammen aus den 16 Landesbauordnungen; Paragraf, Fassung und Prüfdatum stehen jeweils dabei. Alle Daten prüfen wir monatlich nach.

Quellen

Niederschlagsdaten: Deutscher Wetterdienst, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0, eigene Mittelung je Postleitzahl, Stand 7.11.2026.